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Jeder Messestand hat einen. Und jeder Messestand braucht ihn. Die Rede ist vom Boden des Messestandes. Ich möchte heute nicht über die vielfältigen Möglichkeiten des Bodenbelages schreiben, sondern über das, was darunter ist. Denn hier gibt es Aufklärungsbedarf und eine immer wiederkehrende, besorgte Frage unserer Kunden. Doch dazu später. Denn zunächst möchte ich erklären, was ein Podestboden eigentlich ist.

Was ist ein Podestboden?

Podestboden mit einer Hohe von 10 cm. Hier kann das Display sicher verankert und verkablet werden.
Grundsätzlich kann ich als Aussteller zwischen zwei Möglichkeiten wählen. Entweder ich entscheide mich für das direkte Belegen des Hallenbodens mit einem Belag meiner Wahl.  Oder ich entscheide mich, unter meinen Bodenbelag eine zusätzliche Schicht legen zu lassen. Das ist dann der sogenannte Podestboden. Synonym dafür werden auch Begriffe wie Hebeboden, Doppelboden, Kabelboden oder auch Hohlraumboden benutzt. Gemeint ist in allen Fällen eine aufgeständerte Bodenkonstruktion, die aus einer Unterkonstruktion und aufliegenden Bodenplatten aus Spanplatten besteht. Auf diese Weise entsteht ein Hohlraum, den man sehr gut nutzen kann. Die Höhe des Hebebodens ist variabel – wir bieten standartmäßig Höhen von 4 cm und 10 cm an. És gibt aber auch Podestboden mit Zwischenhöhen oder auch mit 2 Stufen. Als Abschluss eines solchen Bodens dient immer eine saubere Leiste aus Aluminium, die mittels Schrauben Bodenbelag und Unterkonstruktion fest miteinander verbindet.

Der Wunsch nach barrierefreiem Zugang zum Messestand

Die Tatsache, dass ein Podestboden eine Erhöhung darstellt, führt unter Ausstellern regelmäßig zu besorgter Nachfrage. Denn Aussteller wünschen sich einen barrierefreien Zugang zu Ihrem Messestand. Diesen Wunsch nach Barrierefreiheit können wir verstehen und bieten daher bei größeren Messeständen mit Podestboden immer auch Rampen an. Auch wird häufig die Frage gestellt, ob ein erhöhter Messeboden nicht eine psychische Barriere beim Betreten des Messestandes darstellen könnte. Aus unserer Erfahrung heraus können wir diese Frage klar verneinen. Allein eine Stufe von zehn cm hält keinen Menschen davon ab, Flächen zu betreten. Ist das Standinnere attraktiv für mich, das Angebot überzeugend, das Standpersonal freundlich, so gehe ich hinein oder besser: hinauf – und das sogar mit einem wirklich guten Gefühl. Wirkliche Barrieren sehen anders aus.

Fünf Gründe, die für die Verwendung eines Podestbodens sprechen

Für die Verlegung eines solchen Bodens spricht so einiges. Hier kommen die wichtigsten fünf Gründe:

Erstens: Alle Kabel und auch Wasserleitungen können mühelos in den entstandenen Hohlraum gelegt werden und sind somit unsichtbar für die Messebesucher.

Die Unterkonstruktion eines 10 cm hohen Podesbodens. Der Monteur verlegt gerade Stromkabel nach einem genauen Plan in die vorher definierten Zwischenräume.

Zweitens: Ein Hebeboden gleicht Unregelmäßigkeiten des Hallenbodens aus. Der Messestandboden erhält mit einem Hebeboden eine schöne, plane Fläche. Wenn ich hierauf Teppich verlege, kann ich mir sicher sein, dass er sauber liegt. Andernfalls kann es sein, dass sich die unschönen Unebenheiten der häufig groben Hallenböden schnell durch den Teppich durchdrücken.

Podestboden mit einer Höhe von 4 cm und einer abgeflachten Aluminium-Kante. Barrierefrei und attraktiv.

Ein dritter Vorteil des Hebebodens ist, dass größere Aufbauten, hohe Wände oder frei stehende Displays sicher – und natürlich wieder unsichtbar für die Besucher – im Boden verankert werden können.

Podestboden mit einer Höhe von 4 cm. Gut zu sehen: Leuchtstreifen laufen vom der Wand in den Boden. Dieser Effekt ist nur mit einem Podestboden zu realisieren.

Viertens: Mit einem Hebeboden erhalte ich viele Möglichkeiten, den Boden aktiv in das Messedesign miteinzubeziehen. Denkbar ist, Leuchtstreifen oder Spots in den Boden zu legen. Häufig wird die Kante auch selbst beleuchtet. Eine weitere attraktive Möglichkeit ist, in den Boden Vitrinen einzulassen, wo sehr aufmerksamkeitsstark kleinteilige Produkte präsentiert werden können. Am häufigsten wird der Hebeboden genutzt, um auf dem Boden mit unterschiedlichen Materialien zu arbeiten. Eine Kombination aus Teppich und Laminat macht einen fühlbaren Unterschied, sobald ich darüber laufe. Unterschiedliche Standbereiche oder auch Laufwege kann ich mit solchen Materialmixen klar definieren. Werden mehrere Materialien miteinander kombiniert, sprechen wir von Bodenintarsien.

Der fünfte Vorteil eines Podestbodens ist für mich der wichtigste. Denn er ist viel mehr ist als nur die Summe der gerade genannten Punkte. Ich spreche über die Wirkung eines Podestbodens an sich. Ein Podestboden stellt ja – wie wir gesehen haben - eine Erhöhung gegenüber der Umgebung dar. Und eine räumliche Erhöhung geht immer einher mit einer Aufwertung – das ist ein kulturübergreifendes Phänomen. Mit einer Erhöhung wird betont, hervorgehoben und auch „schmackhaft“ gemacht. Ein Podestboden sagt den Messebesuchern somit auf subtile Art, aber nichtsdestotrotz sehr deutlich: „Seht her! Dieser Bereich hier - mein Messestand – ist wichtig, viel wichtiger als das Übrige!“ Und bedenken wir noch eines: Der Boden des Messestandes ist nicht die Bühne, auf der inszeniert wird, sondern er ist Teil der Inszenierung. Schenken wir dem Boden damit also die Aufmerksamkeit, die er verdient.

Ein Bodenmosaik auf dem Podestboden: Beeindruckende Intarsienarbeit.

 

Text: Petra Hallmann

Alle Fotos: hallmann messebau + design